Hörraum: Atmosphären

In einem gemeinsam vom ZKM | Institut für Musik und Akustik und der Akademie der Künste durchgeführten internationalen Kompositionswettbewerb wurden Künstlerinnen und Künstler aufgerufen, Atmosphäre darstellende akusmatische Kompositionen oder Miniaturen einzusenden. Dabei konnte es sich um Field-Recordings, synthetische, konkrete, aber auch städtische Klänge handeln. Die Vorgaben ließen den Künstlerinnen und Künstlern einen großen Freiraum, um ihre Vorstellungen zu diesem Thema zu artikulieren. Aus insgesamt 61 internationalen Einsendungen wurden zehn Werke mit einem Preis prämiert (Stücke Nr. 1-10) und elf weitere (Stücke Nr. 11-21) zur Präsentation im Hörraum ausgewählt, die in einem zweistündigen Loop dauerhaft während der Ausstellung in Berlin laufen. Alle ausgewählten Stücke werden zu einem späteren Zeitpunkt auch in einer Veranstaltung am ZKM | Karlsruhe dem Publikum zu Gehör gebracht werden. (Ludger Brümmer)

Auswahl: Prof. Ludger Brümmer, Till Kniola

01. Ida Lautanala - Every Door Is An Opportunity (4:04)

02. Richard Eigner - People Denoised (4:01)

03. Christopher Williams - Salt (4:36)

04. Marc Behrens - A Narrow Angle: Taipei Metro Easycard 500 NT$ (Ausschnitt Phasen 1 und 2) (4:13)

05. Sebastian Emling - Skizze I (4:28)

06. Alejandro del Valle-Lattanzio - Intermezzo 1 (4:47)

07. Bernd Imminger - Vanishing Line (3:08)

08. Panos Amelides - Agoras_1 (5:13)

09. Ludger Kisters - Der Garten (5:00)

10. Tilman Küntzel - Neophonie (4:41)

11. Damian O'Riain - Ever Decreasing Circles (4:32)

12. Dominik Schmidt-Philipp & Yulan Yu - Bleibt (4:31)

13. Frauke Schmidt - Wüste_Beton (3:07)

14. Ivan Andrianov - In The Night (4:59)

15. Jana Irmert & Elizaveta Fedorova - Altitude Adjustment (5:10)

16. Alexander Schubert - Fountains I (1:45)

17. Alexander Schubert - Fountains II (2:16)

18. András Simongáti-Farquhar - Drie Voor Een (4:45)

19. Florian Hartlieb - Bei Offenem Fenster (3:37)

20. Robert Heel - The North (5:00)

21. Luca Forcucci - My Extra Personal Space (Reduced) (4:41)

22. Ludger Kisters - Der Garten (5:00)

23. Jana Irmert & Elizaveta Fedorova - Altitude Adjustment (5:10)

24. Frauke Schmidt - Wüste_Beton (3:07)

25. Marc Behrens - A Narrow Angle: Taipei Metro Easycard 500 NT$ (Ausschnitt Phasen 1 und 2) (4:13)

26. Bernd Imminger - Vanishing Line (3:08)

27. Panos Amelides - Agoras_1 (5:13)

28. Ida Lautanala - Every Door Is An Opportunity (4:04)

 

Informationen zu den Stücken und Komponistinnen und Komponisten

Ida Lautanala - Every Door Is An Opportunity (4:04)

This piece combines environments of sound through a unique spatial arrangement. "Every door is an opportunity" imagines a world in which common entranceways connect atmospheric spaces, making them accessible regardless of time or distance. This was created as a part of the soundscape workshop "Klingende Architekturmodelle" at TU Berlin.

Ida Lautanala (b. 1988, Finland) studies architecture at Aalto University, Helsinki, Finland. She received an Aalto University-scholarship for studies abroad (2011) and an Annikki Paasikivi-scholarship for excellent academic performance (2010).

 

Richard Eigner - People Denoised (4:01)

"Denoising Field-Recordings" ist eine Weiterführung des Projekts "Denoising Noise Music", das der erster Versuch war, Denoising-Techniken in einer musikalisch kompositorischen Weise anzuwenden. Anstelle Noise-Reduktions-Algorithmen für ihren intendierten Zweck - die Restauration von beschädigten Audiosignalen – zu verwenden, wurden diese auf eine Vielzahl von Werken verschiedener Noise-MusikerInnen appliziert. Bei "Denoising Field Recordings" wurden verschiedene "Entrauschungs-Werkzeuge" auf Aufnahmen und Live-Signale von urbanen Klängen wie Zügen, Straßenlärm, Schwimmbädern, Windgeräusche, Silvester-Feuerwerken, öffentlichen Verkehrsmitteln und ähnlichem appliziert. Mittels unterschiedlicher Denoising-Experimente wird ermittelt, ob sich das geräuschhafte Grundmaterial der Field-Recordings ähnlich wie Noise-Musikstücke "ausradieren" lässt. Im Zentrum der Arbeit stehen folgende Fragen: Welche Sound-Ästhetik kann beim Denoising von Field-Recordings entstehen? Welche klanglichen Parameter widersetzen sich dem Denoising-Prozess? Lässt sich mit diesem Verfahren bewusst mit vorhersehbaren Resultaten komponieren? Welchen Einfluss üben die unterschiedlichen Werkzeuge auf die entstehenden Klänge aus?

Richard Eigner bewegt sich als Komponist, Klangkünstler und Schlagwerker an der Schnittstelle zwischen experimenteller akustischer Musik und digitalen Klanginstallationen - stets auf der Suche nach unentdeckten Timbres. Rege internationale Konzerttätigkeit unter anderem am Sónar Festival Barcelona, RBMA Melbourne, Wundergrund Festival Copenhagen, Tuned City Festival Berlin. Kollaborationen mit Flying Lotus, Patrick Wolf, Bodo Hell, Didi Bruckmayr und Patrick Pulsinger.

Doktoratsstudium der Philosophie an der Universität für angewandte Kunst Wien und der Kunstuniversität Linz mit dem Thema "Denoising Field Recordings. Die Entlärmung des Lärms."

richard.ritornell.at

 

Christopher Williams - Salt (4:36)

I began "Salt" while working in a remote part of Australia. I was making field recordings at a salt lake during the worst drought in living memory. I thought the salt-encrusted surface of the dry lake made a fantastic sound: scratchy and hard, yet hollow, too. So I returned there later with a pair of dancers whom I asked to investigate the salt. Through performance, the dancers bring unique rhythmic and percussive qualities to the work and create a rich sonic impression of the landscape. Back in the studio, I layered these sounds of the dancers' movements on and into the salt, much as the salt is deposited over time. I wanted also in this piece to capture the desolate quiet of this place, its stillness, the incredible heat beating down, bright light, and the dry and brittle texture of the land.

Fostex FR2LE, Rode NT4, Minimoog Voyager, Clavia Nord Modular Synthesizer, Roland S760 Sampler

Christopher Williams is a sound artist working with radiophonic production, acousmatic composition, sound installation, and electro-acoustic music.  His pieces have been  presented by The Listening Room, ABC; Bayersicher Rundfunk; IHOS Opera; the Australasian Computer Music Conference; and major Australian art galleries. He is a winner of the Prix Italia.  He calls his sound studio The Strange Mechanism.

 

Marc Behrens - A Narrow Angle: Taipei Metro Easycard 500 NT$ (Ausschnitt Phasen 1 und 2) (4:13)

"A Narrow Angle: Taipei Metro Easycard 500 NT$" basiert auf Tonaufnahmen von automatisierten Schranken in mehreren U-Bahn-Stationen Taipeis und den Geräuschen, die sie machen, wenn Passagiere sie mit ihren elektronischen Fahrkarten aktivieren (in Taipei heissen diese Fahrkarten Easycard). Zwei verschiedene Signale kann man unterscheiden: einen reinen Ton (Sinuswelle), wenn ausreichendes Guthaben auf der Karte gespeichert ist und der Eintritt gewährt wird, und ein Quäken (Sägezahnwelle), das die Passagiere darauf hinweist, dass nicht genug Guthaben auf der Karte ist und sie aufgeladen werden muss. In Gruppen von Mehrfach-Schleusen sind die akustischen Signale unwillkürlich leicht gegeneinander verstimmt (was auch von der Position des Hörers abhängt). So resultiert ein sich wandelndes Spiel von wechselnder Dichte. Das kann man am besten während der Stoßzeiten wahrnehmen - es sticht deutlich aus dem schlurfenden Geräusch großer Massen von Pendlern heraus, sie werden "post-musikalisch".

Ich habe die Töne in den Aufnahmen isoliert und benutzt, um ein Netzwerk sowohl aus Clustern als auch aus individuellen Tönen zu konstruieren, durch Modifizierung des Ursprungsmaterials erzeugt. Das Stück wird mit einer kurzen Exposition einer Originalaufnahme eingeleitet (die Geräusche von Zügen und Menschen beinhaltend). Die Komposition bewegt sich von der Präsentation des Originalklangs in mehreren Schritten fort, auf eine innere und introspektive Klangwelt hinweisend, wie ich sie beim Reisen in der Metro von Taipei imaginiert habe - von den Signaltönen angeregt.

Dieser Prozess ähnelt entfernt einem spezifischen visuellen Effekt, der in den 1960er Jahren durch den Künstler und Schriftsteller Bryon Gysin und seine "Dreamachine" in einem Experiment verarbeitet und erforscht wurde: die Lichtmuster, die am Rand des Blickfeldes beim Reisen in einem Autobus zwischen den Bäumen einer Allee durch die eine niedrige Nachmittagsonne durchscheint. Diese flackernden Lichtmuster haben die Fähigkeit, die Wellenlängen der Gehirnwellen zu verändern. Der Effekt war für Gysin so gewaltig und regte seine Fantasie an, dass er sie in eine technisch unterstützte Meditation umwandelte.

In meinem Stück möchte ich auf einen Zustand von Bewusstheit urbaner Umgebung anspielen, in dem gegebene akustische Signale benutzt werden können, um im Geiste während des Hörens das akustische Umfeld umzuwandeln - ähnlich dem, was während des hypnagogen Zustandes abläuft.

Marc Behrens (D/KREV): Biografie

Geboren 1970 in Darmstadt.

Marc Behrens arbeitet auf mehreren geistigen und physikalischen Ebenen.

Seine Arbeiten bestehen hauptsächlich aus konkreter elektronischer Musik, Installationen, gelegentlichen Foto- und Videoarbeiten. Aktivitäten der jüngsten Zeit schließen Feldaufnahmen im entlegenen Westchina und im Amazonas-Regenwald, die Gründung einer Aktiengesellschaft als soziales Kunstwerk und die Inszenierung eines Übergangsritus für einen Investmentbanker ein.

Behrens hat quer über sechs Kontinente ausgestellt und Konzerte gegeben. Kollaborationen u.a. mit Atom™, Jeremy Bernstein, Ana Carvalho, Bernhard Günter, Nikolaus Heyduck, Francisco López, Paulo Raposo und Achim Wollscheid.

2006–2010 war Marc Behrens Lehrbeauftragter an der Hochschule der Bildenden Künste Saar in Saarbrücken, 2007–2009 an der Hochschule Darmstadt-Dieburg.

Er ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Elektroakustische Musik (DEGEM) und von Granular (Lissabon), Subscriber der Electronic Music Foundation (EMF) sowie Bürger des Königreichs Elgaland-Vargaland. 2003–2007 war er Co-Direktor des portugiesischen Musiklabels Sirr. 2011–2013, via Granular, ist er außerdem in das Europäische nicht-institutionelle Bildungsprojekt "Opensound" eingebunden

marcbehrens.com

 

Sebastian Emling - Skizze I (4:28)

Wie der Titel des Stückes bereits andeutet, handelt es sich bei "Skizze I" um kein musikalisches Werk mit ausgeklügeltem, musikalischem Konzept, sondern lediglich um eine Klangskizze, die aus einer Art musikalischem Brainstorming innerhalb einiger Tage entstanden ist. Das Stück ist demnach auch nicht als Komposition zu bezeichnen, sondern allenfalls als Soundscape, d.h. Klanglandschaft. Ziel war das Erstellen und Zusammenwirken unterschiedlicher Klangfarben und Klangschattierungen. Ergebnis ist ein kontinuierliches Morphing einer Klanglinie, die in der zeitlichen Mitte des Stückes ihren musikalischen Höhepunkt erfährt.

Sebastian Emling wurde 1987 in Speyer geboren und studierte ab Oktober 2008 Musikinformatik und Musikwissenschaften an der Hochschule für Musik in Karlsruhe. Das Studium in Karlsruhe wurde 2011 und 2012 von einem insgesamt neunmonatigen Auslandsaufenthalt in Cagliari, Italien und dem Studium im Fach Musik und Neue Technologien am Conservatorio Pierluigi da Palestrina ergänzt. Nach erfolgreichem Bachelorabschluss nahm er seit Oktober 2012 das Masterstudium im Fach Musikinformatik auf und hat sich seitdem in den Bereichen Sound Design, Sonic Arts und elektroakustische Komposition spezialisiert.

 

Alejandro del Valle-Lattanzio - Intermezzo 1 (4:47)

Aus dem Zyklus "Auf Montage in Bogotá" (2012-2013) für elektronisch-gesteuerte elektrische Apparaturen und Schlaginstrumente, Klavier, Tuba, Akkordeon und elektronische Windharfe (Ein Aufführender).

Dieses ist das erste Intermezzo des 10-teiligen Stückes "Auf Montage in Bogotá", das sich auf das Leben in dieser krebsartigen und faszinierenden Stadt Lateinamerikas bezieht. Wie schaffen es Menschen, in Bogotá zu leben? Das Stück evoziert die Klänge der Motoren (der Klang der Stadt, der nicht nur von Autos produziert wird, sondern auch vom motorisierten Geist der Stadtmenschen), und versucht diese zu orchestrieren und zu harmonisieren. Die Person, die in dieser Stadt wohnt muss ununterbrochen Taktiken der "Harmonisierung" erfinden, damit sie immun gegen die zerstörerischen, schluckenden Kräfte dieser Stadt bleibt. Eine utopische Musik von Bogotá, die jedoch jeden Tag zu hören ist.

Alejandro del Valle-Lattanzio (geb. 1986 in Bogotá, Kolumbien) studiert, lebt und arbeitet in Wien seit 2007. Studium der elektroakustischen Komposition an der Universität für Musik und darstellende Kunst sowie der Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste in der Klasse von Heimo Zobernig. Künstlerische Tätigkeit als Komponist, Aufführender, Improvisator und bildender Künstler in Österreich, Deutschland und Kolumbien. Theodor-Körner-Preis 2012, Stipendiat der deutschen Gesellschaft für Musiktheorie sowie der SYLFF, Gewinner des Komposition-Nachwuchswettbewerbes der GMTH sowie des Kompositionspreises "Towards the next 100 Years" des Wiener Konzerthauses.

 

Bernd Imminger - Vanishing Line (3:08)

Bei der Komposition des Stückes "Vanishing Line" waren für mich zwei Aspekte von zentraler Bedeutung: Einmal eine Rückbesinnung auf die Kompositionsmethoden und Klangschöpfungen mit Labor und Testgeräten (Sinus- und Rechteck-Generatoren, Hoch- und Tiefpass-Filter und Bandmaschinen) bzw. die Hinterfragung der Relevanz solcher technischen Gerätschaften in der zeitgenössischen Komposition. Zum anderen die Klangerzeugung durch technische Gerätschaften im öffentlichen Raum wie z.B. Ampeln, U-Bahn-Türen oder Martinshörner im Bezug auf eine räumlich-zeitliche Auseinandersetzung mit der Architektur (Nachhallzeit, Transparenz oder Echo dieser Klänge in öffentlicher städtischer und ländlicher Architektur, z.B. Brücken, Staudämme, U-Bahnbögen, Tunnels oder Kanäle).

Bernd Imminger

geboren 1975 in Memmingen

2000 bis 2005 Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, bei Professor E. Bosslet

2005 bis 2007 Meisterschüler bei Professor E. Bosslet

lebt und arbeitet in Berlin

berndimminger.com

 

Panos Amelides - Agoras_1 (5:13)

The idea behind "Agoras_1" lies upon the observation between the tactile nature of traditional, outdoor markets, and the more 'clinical' character of the modern shopping centres.

Agoras are public spaces used for assemblies and markets and are a social hub for the exchange of goods and ideas. In terms of space, outdoor markets are situated in open, urban spaces creating a nested independent soundscape within, and directly contributing to, the urban soundscape. Street markets have a traditional aura and are more audio-oriented environments, in which the sellers use the sound of their voice as a medium to reach the customers.

The soundscape of a shopping centre on the other hand is "locked" inside the walls of a building; isolated from the surrounding community. The medium used to entice the customers here is more visual than sonic, so the place is more visually-oriented. Shop windows and labels propagate the products, while sanitary pop music sounds either through the shopping centre as a whole or inside each individual shop.

In "Agoras_1" the listener takes a journey through indoor and outdoor markets of Athens, Greece. The first part is based on recordings made in indoor shopping malls, where the author had to face suspiciousness from the security guards and was treated like a threat for the market. In the second part, based on recordings of outdoor grocery markets, people saw the author with kindness, curiosity and a sense of humour.

"Agoras_1" is the first of a cycle of pieces investigating how this divide, between traditional and modern markets’ soundscapes, shifts throughout capital cities of the European Union. The first capital was Athens, the second will be Paris, France.

Panos Amelides is a Sonic artist, born in Athens. His work focuses on the representation of political and cultural collective memory via means of recorded sound and the artistic possibilities the digital studio provides in terms of storytelling. He creates sonic artworks for acousmatic performances, sound installations, dance and theatre.

Panos is conducting a research towards a Ph.D. on Sonic Arts at MTIRC at de Montfort University, UK, with Prof. John Young. He graduated with an MA in Electroacoustic Composition from The University of Manchester, with Prof. David Berezan and Dr. Ricardo Climent, and with a BA in Music from Ionian University, with Dr. Theodore Lotis and Andreas Mniestris.

His work has been presented throughout festivals and international conferences in Greece, Cyprus, Turkey, UK, USA and Spain. In October 2010 he was a finalist of the International Competition 'Espace du Son' in Brussels. His composition 'Ritual Attacks' was presented at the ICMC 2011, Huddersfield.  He is a member of the artistic collective 'Hear This Space', which is active in Leicester, UK, and a member of the Hellenic Electroacoustic Music Composers Association.   

 

Ludger Kisters - Der Garten (5:00)

Der Garten ist seit Jahrtausenden eine Metapher für den utopischen Versuch, die Trennung von Mensch und Natur zu überwinden, Geborgenheit zu finden durch die Verbindung von Kultur und Natur. Vom Garten Eden bis zu Zwetajewas Gedicht: Paschli mne sad – Gib mir einen Garten!: Immer wieder wird der Garten als Utopie auch in den Künsten thematisiert. Meine Komposition "Der Garten" nimmt die Idee dieser Utopie in akustischer Form auf, sie versucht, die Trennung von Subjekt und Objekt zu überwinden, indem sie Atmosphären unterschiedlicher Art erfahrbar macht: Tonaufnahmen aus Gärten, aufgenommen während eines Aufenthalts in Indonesien (besonders faszinierend: die selten zu hörenden, menschenähnlichen Laute des Gecko in den frühen Morgenstunden), verschmelzen mit den komplexen Spektren computergenerierter Klänge. Sich in der Verarbeitung gemeinsam durchdringend formen sie Klanggärten, welche die Utopie von der Aufhebung der Subjekt-Objekt-Dichotomie erahnen lassen. Zur Realisierung der Komposition wurden die Programme AudioSculpt, MaxMSP und ProTools benutzt.

Ludger Kisters, geboren 1975, studierte Komposition bei Michael Obst in Weimar und Jack Body in Wellington, wo er sich intensiv mit traditioneller Maori-Musik beschäftigte, sowie elektroakustische Komposition bei Robin Minard in Weimar und Germán Toro-Pérez in Zürich. Während dieser Zeit besuchte er verschiedene Kompositionskurse, u.a. am IRCAM und in Royaumont bei Brian Ferneyhough. Kisters war Stipendiat des Freistaat Thüringen, des DAAD, des Künstlerhof Schreyahn und der Künstlerförderung Schleswig-Holstein, außerdem Composer-in-Residence am ICST Zürich und 2012 Gastkomponist an der TU Berlin. Das Werkverzeichnis umfasst elektroakustische, instrumentale, vokale und multimediale Kompositionen, welche durch intensive Zusammenarbeit mit Interpreten wie dem Ensemble Modern, dem Arditti Quartet, Carin Levine, der Staatskapelle Weimar und dem MDR-Sinfonie-Orchester aufgeführt wurden.

 

Tilman Küntzel - Neophonie (4:41)

Das Ausgangsmaterial von "Neophonie" besteht aus Aufnahmen kontrollierter Fehlschaltungen von Leuchtstoffröhren aus meiner audiovisuellen Installation "Neophone Rauminszenierung", die ich seit 2003 in verschiedenen Anordnungen gezeigt habe. Bis zu 200% verlangsamt werden die Schwingungen elektrischer Impulse der Zündvorgänge hörbar. Die akustischen Aufnahmen im Raum machen den Nachhall sowie leichte Rückkopplungen im Raum hörbar und bilden durch die Verlangsamung das sphärische Schweben. Komponiert habe ich den Verlauf der zufällig auftretenden Störgeräusche durch das Einfügen von Geräuschen der Insekten wie Zikaden und Heuschrecken, die, meist durch mechanisches Reiben, ähnliche Impulsfrequenzen aufweisen. Der künstliche Raum füllt sich so mit organisch-perkussiven Ereignissen aus Klangräumen der Natur.

Seit seinem Studium der Freien Kunst an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg bei Claus Böhmler und Ernst Mitzka widmet Tilman Küntzel sich Fragen der Wahrnehmung und der Erzeugung von Signalquellen wie Ereignisformen. Auf die ortsspezifische Einrichtung seiner multimedial in Erscheinung tretenden Installationen legt er dabei besonderen Wert - ganz ohne Lärm und ohne jeglichen Provokationsgestus. Küntzels grenzüberschreitendes und edonistisch-experimentelles Betätigungsfeld im Zwischenbereich von Wissenschaft und Kunst reicht von graphischen Arbeiten zu multimedialen Objekten und Raumanimationen an spezifischen Orten, sowie Hörstücken und Videoarbeiten die international auf Festivals gespielt werden.

 

Damian O'Riain - Ever Decreasing Circles (4:32)

This "sound text" miniature features materials derived from an ambisonic field recording of a multi-channel outdoor installation that was put together by Jason Bolte (while we were both attending an Atlantic Centre for the Arts residency in Florida a number of years back.) It features the voices of writers that were attending ACA during the same period. The B-Format files were edited and decoded to stereo for standard usage (transformational processes were applied after decoding). This work is concerned with atmosphere, rather than intelligibility, but as the content develops, words gather meaning.

Currently, Damian's creative activities relate primarily to acousmatic arts, digital music, and post-digital aesthetics. He's also interested in the analysis of electroacoustic works, and questions relating to the problem of genre categorisation in contemporary digital music. Other areas of interest include new media, digital-cultures, net-critique, and technologically driven creative practices that embrace interdisciplinary collaboration. Damian completed PhD studies in electroacoustic composition at the Sonic Arts Research Center (Queens University Belfast), prior to this he obtained an MPhil in music and media technologies at Trinity College Dublin. He was twice chosen as an associate artist in residence at the Atlantic Center for the Arts (with Prof. Denis Smalley, and William Duckworth), and was Bourges composer in residence at the Center for Experimental Music and Intermedia (University of North Texas) in 2008. 

doriain.wordpress.com

 

Dominik Schmidt-Philipp & Yulan Yu - Bleibt (4:31)

für Klavier und musique concrète (Computer)

"Bleibt" ist ein Teil einer Sammlung von kleinen Ausschnitten Städtischen Alltags in der Stadt, in der wir leben. 

Einer dieser Gedanken, beim Gehen durch die Stadt. Zieht er sich in Bewusstsein, wird Teil der Umgebung. Wird Umgebung. Lebt, und ist gedacht.

Yulan Yu

geb. 03:15 09.07.1990 in Jiangmen, China

seit 2009 Studium Komposition in Graz, Österreich

Dominik Schmidt-Philipp

geb. 13:00 17.02.1986 in München, Deutschland

seit 1992 Musikinstrumente [Geige, Bass, Gitarre, Klavier, Schlagzeug]

2005 Abitur [Mathematik, Musik], Waldorfschule München Schwabing

seit 2008 Studium "Elektrotechnik/Toningenieur" in Graz, Österreich

Beschäftigung mit Elektronischer Musik

 

Frauke Schmidt - Wüste_Beton (3:07)

Mein letztes Hörspiel "Projektion/Rap" habe ich mit dem Text "Wüste Gedanken", gesprochen von Harmony K., enden lassen. Als Bild für Leere und Freiheit, eine unüberschaubare Weite und schließlich auch alles Unerklärliche kommt mir die Wüste immer wieder in den Sinn.  Das Stück "Wüste_Beton" ist eine Momentaufnahme. Ich lebe in Berlin - einer Stadt, die sich stark verändert und die, wie jede Stadt, trotz ihrer Größe auch manchmal beengt erscheinen kann. "Wüste_Beton" ist ganz nah am Material, selbst eine Gestalt, ein Versuch die empfundene Spannung in Form von Ton zu bringen.

Frauke Schmidt lebt in Berlin und arbeitet an Hörspielen, Installationen und Performances.

Produktionen für Deutschlandradio Kultur, Südwestrundfunk, Bayerischer Rundfunk, Konzerthaus Berlin, Mercedes Benz Fashion Week Berlin, HMKV Dortmund, HKW Berlin, Sophiensäle Berlin, Ars Electronica Linz u.a.

www.contemporaryfrauke.com

 

Ivan Andrianov - In The Night (4:59)

Electro - acoustic music provided with video exposition.

This piece of music is composed on the basis of the recordings provided with the night sounds recorded. All transformations are made using different plug-ins (mostly these are integrated in Logic Pro 9). The work is done in Logic Pro 9. Video mounting and video processing are made in Final Cut Pro 7/Motion 4.

 

Jana Irmert & Elizaveta Fedorova - Altitude Adjustment (5:10)

quadrophone Mischung

"altitude adjustment" entstand Ende 2011 unter den Eindrücken der Landschaft der kanadischen Rocky Mountains. Banff, Alberta, liegt auf ca. 1500 m über dem Meeresspiegel - für Menschen, die das nicht gewohnt sind, kann das deutlich spürbar sein und Kopfschmerz, Nasenbluten, Müdigkeit hervorrufen. In dem Stück sind Geräusche und Töne des Ortes verarbeitet, sowohl "äußere", wie das Rauschen der Banff Falls, als auch "innere", des Wasserkochers, der Toilettenspülung. Es ist außerdem ein kollaboratives Experiment: es besteht aus zwei "Schichten" von zwei Komponistinnen, die unabhängig voneinander gearbeitet haben. Außer der Vereinbarung zur Länge des Stücks gab es nur die Inspirationsquelle in Form eines Gedichts. Alle Spuren wurden dann zu einer Surroundmischung zusammen gefügt.

altitude adjustment

leave everything flat behind. even this flat thought.

leave all the flat thoughts behind.

step into steep mountain brainwaves.

yes is not yes and no might be yes and

yes might be no or maybe.

let your brain ache and fly dizzy. let your nose

bleed and your limbs get heavy.

goodbye thick blood slow pulse oxygen saturation.

i'm meeting the spirit on montain top.

Jana Irmert, geboren 1984 in Leipzig, studiert Ton an der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" Potsdam-Babelsberg, nachdem sie von 2004-2007 Musik-, Medien- und Kulturwissenschaft an der Humboldt Universität Berlin studierte. 2011 war sie Stipendiatin im Audio Post Production Work Study Program am Banff Centre, Kanada.

Neben der Tongestaltung für Filme realisiert sie audiovisuelle Installationen und experimentelle Klangstücke mit besonderem Interesse an kollaborativen Aspekten künstlerischer Arbeit.

Ihre Arbeiten wurden unter anderem gezeigt beim New York City Electroacoustic Music Festival, Sound Explicit Ljubljana, Syntopischer Salon: Filmkörper in Potsdam und am Banff Centre, Kanada.

 

Alexander Schubert - Fountains I (1:45)

Alexander Schubert - Fountains II (2:16)

Beide Stücke, "Fountains I" und "Fountains II", sind musikalische Nachbildungen von Orten. Ausgangsmaterial sind bei beiden Studien rein synthetisch erzeugte Klänge, die Vogelrufen nahekommen. Mit Kammfiltern und starkem Feedback wurden diese Naturklänge erzeugt. In "Fountains II" werden noch Instrumentalsamples dazu gemischt. Beide Arbeiten sind Teil von einer Reihe von fiktiven Ortsbeschreibungen, die mit Fieldrecordings und synthetischen Klängen konstruiert werden.

Alexander Schubert, geboren 1979 in Bremen, studierte in Leipzig Informatik und Biologie, arbeitete er ein Jahr am ZKM Karlsruhe, studierte Multimediale Komposition in Hamburg und ist seitdem Doktorand im Themenfeld sensorgestützter elektroakustischer Performance, unterrichtet an der Musikhochschule Lübeck und ist als freischaffender Komponist tätig.

Grundsätzlich beschäftigt er sich genreübergreifend mit der Schnittstelle akustischer und elektronischer Musik: Formal notierte Live-Elektronik, Entwurf von Software-Setups und sensorbasierte Erweiterung von Instrumenten. Ein anhaltender Schwerpunkt ist die Kombination von improvisierter und notierter Musik – sowohl auf struktureller wie auf ästhetischer Eben. Diverse Werke weisen multimediale und grafische Elemente auf -  zum Beispiel bei Stücken für Solisten und Live-Video und bei interaktiven Installationen.

Auch: Improvisator in verschiedenen Ensembles (z.B. dem Quartett "Ember"), Musik für szenische / textbasierte Projekte (z.B. für Wiener Festspielwochen, Berliner Staatsoper, MDR, SWR). Und: betreibt das Ahornfelder-Label für experimentelle Audio- und Buchveröffentlichungen.

www.alexanderschubert.net

 

András Simongáti-Farquhar - Drie Voor Een (4:45)

The title refers to one of the sellers at the Haagse Markt, who was reciting his offer: three bowls of vegetables for only one euro. The market always ends with a bargain; the sellers have to get rid of their goods, hence the reciting. The background for the 'market recitals' is an uncut recording made in Den Haag Centraal Station, where two recordings were made simultaneously. The two people recording the material started from different locations, than met at a certain point and than again aparted. I tried to grasp the two different worlds of The Hague - that exist in completely different locations - in one sonic experience. My attempt was to juxtapose the atmosphere of the market of The Hague with the steel-cold railway station.

Still exploring the possibilities and limits of composing with computers and/or voltages, artistically I have been concerned in the means of superimposing basic, sonic elements in order to create a fabric-like, complex musical texture. This way the interweaving individual elements shape the characteristics of the whole musical fabric, each of them in its own way.

Born in 1987 in Budapest, Hungary, I studied Social Sciences at Corvinus University, Budapest and Classical Composition at Béla Bartók Conservatory simultaneously before turning to music entirely. After graduating I studied Electronic Music and Media Arts at Franz Liszt Academy of Music, Budapest under Andrea Szigetvári and Zoltán Jeney. I am currently studying at the Institute for Sonology, The Hague.

 

Florian Hartlieb - Bei Offenem Fenster (3:37)

4-Kanal-Audio

Studio: ICEM (Folkwang Universität der Künste, Essen)

"Bei Offenem Fenster" ist ein auditives Portrait der Stadt Wien. Für die Stadt typische Soundmarks, wie die Glocken der Karlskirche oder das Hufgetrappel der Fiaker, dienen dem Stück als Quellmaterial, welches sowohl in konkreter als auch in abstrahierter Form auftaucht. Die Vermischung der realen und surrealen Klangatmosphäre assoziiert die Wahrnehmung der Stadt als Tagtraum bei geöffnetem Fenster.

Florian Hartlieb, geboren 1982 in Unna/Deutschland. Von 2006 bis 2012 Studium der elektronischen Komposition an der Folkwang Universität der Künste Essen und der

Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (MDW). Derzeit PhD-Student an der MDW. Von 2006 bis 2008 Stipendiat der Folkwang Universität, in 2009 erster Preis des Kompositionswettbewerbs "JTTP 2009". In 2011 Abschluss als Diplom-Musiker. Hartliebs Kompositionen und Medien-Kunst wurden in Europa, Asien, Nord- und

Südamerika gezeigt und aufgeführt. Unter anderem bei renommierten Festivals und Konferenzen wie der ICMC (Huddersfield, 2011), Tsonami (Buenos Aires, 2011), Sounding Out 5 (Bournemouth, 2010) oder Musicacoustica Beijing (Peking, 2008).

www.florian-hartlieb.de

 

Robert Heel - The North (5:00)

In this recording I try to create my own place of escapism, away from the city. The recording describes a fictitious northern ice atmosphere. With synthesizer voices, drones and grooves I mainly tried to create a vast forsaken snowy landscape, a cold mood and atmosphere and different "facets" of this fictitious place. Goal is not to create an exact recreation of an existing place, but a sensual experience and atmosphere of a fictive place and soundworld. Synthesizers and patches are manipulated and recorded in real time.

The Recording is taken from "The North" a 45 minutes long live recording. For this exhibition I blended parts of this recording together for a 5 minute edition. "The North" is part of the series "BilderTon", which takes fictitious or real natural phenomina as startingpoint for an audioand audiovisual journey. Compositions in this series range between soundscape, drone, electronic music, musique concrète and computermusic.

Robert Heel holds a Master of Arts (UdK Berlin, Sound Studies, Acoustic Communication, Masterclass Karl Bartos) and Bachelor of Media Design (FHSH) degree, was awarded a DAAD-scholarship for the Cleveland Institute of Art and received a NAFÖG-scholarship by the UdK Berlin.

Robert Heel's main interest is to define audiovisual relations. In his audiovisual compositions, especially the "Robert Heel Instructional Films" Series, his main focus

has been combining narrative elements with mainly non-narrative visual music compositions to create a hybrid form of visual music. Emphasis in his audiovisual live peformances is the creation of spacial soundworlds and multidimensional videoworlds, combining sound, video and graphics. The compositions and performances are intended to create an all-embracing, physical experience with a pull effect on the recipient.

 

Luca Forcucci - My Extra Personal Space (Reduced) (4:41)

Stereo Fixed Media

"My Extra Personal Space (Reduced)" investigates the evolution of and contrast between natural to urban sounds; the evolution is not done by a progression from natural to urban, but by a constant musical comparison and confrontation or by spectral convolution of the different environments. The field recordings have been done in France in Normandy and in Paris. The two locations are linked by La Seine river. The non-recognition of sounds will happen in order to destroy the boundaries between industrial (or urban sounds) and natural sounds. In addition, the articulation of the sounds will happen by counterpoints created between recognisable sounds against non-recognisable ones, real vs. virtual. Furthermore there is the wish to explore sonic connections and timbre connections between the two locations. Noise pollution is actually an issue, and our soundscape change depending of a rural or urban condition, as described by Schafer - 'The transition from rural to urban life can be characterised generally as a passage from the hi-fi to the lo-fi soundscape' (Schafer 1976: 6). That said, I donʼt locate this project in the area of acoustic ecology, but with the perspective to consider those sounds as they intrinsically are (urban or natural) and in the direction of Francisco Lopez idea of contemplation:

López states that noise is just as much a component of nature as it is of the urban environment; that the rain forest is as saturated with audio information as vital intersections in major cities. (Bailey 2009: 11)

References

Bailey, Thomas B.W., 2009, MicroBionic: Radical Electronic Music and Sound Art in the 21st Century, London: Creation Books

Schafer, R, Murray, The Tuning of the World, Toronto: Random House Inc.

Luca Forcucci is a binational Swiss and Italian composer and artist. His work observes the perceptive properties/relations of sound and space (and vice versa) through sound installations, visuals, compositions and performances. In order to explore the field of possibilities for sound in a context of music and art as experience, the works converge with dance, digital performance, poetry, architecture and neuroscience. In this context, he is interested by perception and consciousness. His compositions have spanned through the years from electronic music, which was produced by Al Comet from The Young Gods, to field recordings collected around the world in urban contexts like Sao Paulo, Shanghai, San Francisco and natural ones like the Amazon forest or the Swiss Alps to name a few. Luca is conducting a doctoral research at MTIRC, De Montfort University in UK, with Prof. Leigh Landy and Dr. John Richards. He explored musical works during an Erasmus grant with Prof. Martin Supper and Prof. Walter Zimmerman at UdK (University of the Arts of Berlin), conducted research during six months at GRM (Groupe de Recherches Musicales) and at Bibliothèque Nationale de France François Mittérand in Paris. As part of an art/science residency and grant from the Swiss Federal Office for Culture, he was an artist in residence during nine months at the Brain Mind Institute in Switzerland. Luca graduated with a MA in Sonic Arts from the Queenʼ s University of Belfast, with Dr. Eric Lyon, Dr. Sile Oʼ Modhrain and Prof. Johannes Birringer.